Wieder ein halbes Jahr rum und nun melde ich mich endlich wieder zu Wort.
Willkommen zurück an alle alten Leser und ein herzlich Willkommen an alle Neuleser.
Ich wohne nun seit 1 1/2 Monaten in einem Studentenwohnheim. Ganz recht, ich bin von zu Hause ausgezogen und habe nun mein Studium begonnen. Die letzten Monate waren für mich ein stätiges auf und ab. Es fiel mir wirklich sehr schwer wieder in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen. Ich musste meine Gedanken sortieren, mein Leben auf die Reihe kriegen und mir bewusst werden, was ich nun möchte. Eine wirkliche Antwort habe ich nach wie vor nicht, aber es geht mir besser. Zumindest im Moment fühle ich mich wirklich so gut wie lange nicht mehr. Oh bitte versteht das nicht falsch, ich habe keinen Anflug von ungebändigter Freude oder bin immerzu glücklich. Das auf keinen Fall. Nein, ich fühle mich eher ausgewogen. Es ist befreiend seinen eigenen Weg gehen zu dürfen und nicht mehr von allen Dingen der Welt abgekoppelt zu sein. Ich hab das erste Mal das Gefühl für mich entscheiden zu dürfen.
Natürlich fällt einiges noch schwer. Ich weiß noch nicht so recht wohin mit mir und ich muss mich immer ermahnen die Zügel nicht zu locker zu lassen. Ich will nicht übermütig werden. Darauf habe ich nicht all die Zeit gewartet. Ich wollte nur etwas mehr Freiheit. Freiheit die ich nun erkunden möchte und werde.
Neue Stadt, neue Menschen, neues Leben. Es ist erstaunlich wie schnell ich mich eingelebt habe. Mir gefällt es durchaus dieses eigene Leben zu erkunden. Meine Sehnsucht nach neuen Orten und Menschen ist damit zwar nicht vollkommen gestillt, aber das wird sie wohl auch nie sein. Dafür bin ich zu unersättlich, ein Nimmersatt eben. Jedoch ist es erfrischend etwas Neues zu sehen. Jeden Tag umgeben mich die verschiedensten Menschen.
Ich habe bereits einen Einblick in das Theater nehmen dürfen sowie meine eigenen kleinen Ausflüge in die Welt der Clubs und Bars gemacht. Dies war mir vorher nicht möglich. Ich komme mit Menschen in Kontakt, die ich vorher nie so erlebt habe. Ich lerne mich zu bewegen in einer Welt die mir manchmal so furchtbar fremd vorkommt und mir in ihrer Größe immer wieder Angst macht. Meine Schritte sind unbeholfen aber mit jedem Tag werden sie fester und vielleicht laufe ich eines Tages so unbeschwert durch die Welt wie ich es mir immer erträumte.
Wohin mich dieses Leben noch führen wird ist allerdings ungewiss, aber ich hoffe die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Fehler sind wie immer inbegriffen.
Wo werde ich sein?
Was muss ich tun?
Wem soll ich die Hand reichen?
Wer will ich sein?
Vielleicht finde ich mich ja endlich selbst. Die Frage, die schon so lange unbeantwortet blieb. Vielleicht überwinde ich meine Ängste? Vielleicht. Ich arbeite daran.
Momentan arbeite ich gezielt daran mit Menschen zu reden. Es fiel mir schon immer schwer mit Fremden zu reden bzw. auf sie zu zu gehen. Nun da ich mir ein neues soziales Umfeld aufbauen muss, ist das der perfekte Zeitpunkt an mir zu arbeiten. Alleine ist es nach wie vor schwer, aber mit Hilfe von einigen Freunden geht das schon. Ich denke ich wandle mich zum Besseren. Ich habe es aufgegeben zu erwarten alles auf einmal zu können. Wahrscheinlich ist das zu viel des Guten. Stück für Stück gehe ich also meinen Weg und überstehe neue Abenteuer.
Seltsam, wie ich von Zeit zu Zeit an diesen Blog erinnere und einen Text hinterlasse. Ohne zu wissen ob er gelesen wird oder nicht. Danach verschwinde ich für eine unbestimmte Zeit bis mir eines Nachts wieder diese Seite in den Sinn kommt. Ein wenig könnt ihr hier die Abschnitte meines Lebens beobachten. Schon erstaunlich. Habe ich mich verändert? Oder laufe ich nach wie vor auf der Stelle? Die Zeit ist ein seltsames Ding.
Auch dieses Mal recht herzlichen Dank für's Lesen. Bis bald.
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